
- Egon Stratmann, Hattingen: Ostern
Bilderzyklus "Farben des Lichts" in Ahlen und Herne
Der achtteilige Bilderzyklus des Hattinger Malers und Grafikers Egon Stratmann ist ab Ostern parallel in drei Herner Kirchen und im westfälischen Ahlen zu sehen. Damit setzt das Evangelische Forum Westfalen sein Projekt „Farben des Lichts“ auch im Jahr 2009 erfolgreich fort. Das Forum hatte den Bilderzyklus angeregt und im Dialog mit dem Künstler begleitet. Die Arbeiten waren im Jahr 2008 schon in Bielefeld, Bochum, Dortmund und Sendenhorst zu sehen.
Die „Farben des Lichts“ in Ahlen
In Ahlen wurde die Ausstellung mit einem Gottesdienst am Ostersonntag (12. April 2009) eröffnet. In seinem Grußwort unterstrich Dr. Manfred Keller, der Vorsitzende des Evangelischen Forums Westfalen, die Zielsetzung des Projekts. Er hoffe sehr, so Keller, „dass es diesen Bildern gelingt, die Inhalte des christlichen Glaubens auf ihre Weise zu vermitteln: durch Zeichen und Symbole, vor allem aber durch die Kraft ihrer Farben.“ Hier das vollständige Grußwort:
Liebe Gemeinde der Christuskirche in Ahlen!
„Der Herr ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden! “ Mit diesem österlichen Ruf der ersten Christen grüße ich Sie alle im Namen des Evangelischen Forums Westfalen sehr herzlich.
Ich freue mich, dass die lebensvollen, farbenfrohen Bilder zu den Sonntagen von Ostern bis Pfingsten hier in Ihrer Kirche zu sehen sind. Ich freue mich besonders, dass es Pfarrer Martin Frost gelungen, die Originale nach Ahlen zu holen und den Künstler selbst als Interpreten zu gewinnen. Egon Stratmann hat diese Bilder nicht für das Museum geschaffen. Sie gehören in die Kirche, an den Ort des sonntäglichen Gottesdienstes.
Der achtteilige Zyklus ist ab heute gleichzeitig in drei weiteren Kirchen zu sehen, nämlich in Herne. Dort haben sich im vergangenen Monat drei Gemeinden zusammengeschlossen, und sie feiern ihren Neubeginn, indem sie in den Gottesdiensten aller drei Kirchen parallel die Bilder betrachten und auslegen: Unterwegs von Ostern, dem Grund des Glaubens, nach Pfingsten, zum Bau der Kirche – passender kann man das Thema für die ersten Schritt einer neuen Gemeinde nicht wählen.
Die parallelen Ausstellungen an vier Orten sind möglich, weil das Evangelische Forum Westfalen hochwertige Drucke der Bilder in Auftrag gegeben. Dies geschah mit Einwilligung des Künstlers und mit finanzieller Unterstützung der Bank für Kirche und Diakonie in Dortmund, wofür wir sehr dankbar sind. Das Forum, eine Gemeinschaft engagierter Christen, möchte damit einen Beitrag zu neuen Formen des Gottesdienstes leisten, in denen alle Sinne angesprochen werden.
Für viele Menschen heute bedeutet Ostern nur noch das Ende eines langen, kalten Winters, und zum Pfingstfest fällt ihnen gar nichts mehr ein. Ich hoffe sehr, dass es diesen Bildern gelingt, die Inhalte des christlichen Glaubens auf ihre Weise zu vermitteln: durch Zeichen und Symbole, vor allem aber durch die Kraft ihrer Farben.
Vielleicht ist dieser Weg über das Bild auch für die eine oder den anderen unter uns noch ungewohnt. Deshalb erlaube ich mir, Ihnen abschließend einen unbefangenen Rat zu geben, einen Tipp: Wenn Sie die einzelnen Bilder betrachten, fragen Sie nicht zuerst: Was hat der Künstler hier dargestellt? Fragen Sie stattdessen: Was empfinde ich? Was wird in mir angerührt? Welche Erfahrungen von Schönem oder Schwerem, von Belastung oder Befreiung werden in mir wach? Wo beunruhigt mich dieses Bild, wo tröstet es mich? Wo gibt es mir Kraft und Gewissheit? – Wenn Sie sich nicht zuerst den Kopf zermartern, sondern die Emotionen sprechen lassen, werden Sie zu den Bildern ganz unverkrampft einen Zugang finden. Und auf dieser sehr persönlichen Grundlage können Sie dann auch die Frage nach dem „Was“, nach den Inhalten, stellen. Ich bin sicher: Am Ende werden auch Sie überrascht sein, was alles Sie sehen und erkennen. In diesem Sinne lade ich ein zu einem Betrachten, das Augen und Herzen öffnet und den Glauben stärkt. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen eine gesegnete Osterzeit.
Ahlen, Ostern 2009 – Dr. Manfred Keller, Vorsitzender des Evangelischen Forums Westfalen
Pressegespräch Herne, 7. April 2009
Egon Stratmann: Farben des Lichts
Die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten entfalten die Facetten des neuen Lebens und die ’Farben des Lichts’, das Ostern aufgeleuchtet ist. Die Bilder des Zyklus verweisen auf den Ursprung des christlichen Glaubens. Sie wollen bewusst einen Beitrag zum Gottesdienst leisten
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Evangelischen Petrusgemeinde Herne und dem Evangelischen Forum Westfalen. Für die neu gegründete Petrus-Kirchengemeinde Herne bedeutet sie zugleich das erste gemeinsame Projekt. Denn sie wird gleichzeitig in den drei Kirchen der Gemeinde von Ostern bis Pfingsten gezeigt: in der Dreifaltigkeitskirche am Regenkamp, der Lutherkirche und der Christuskirche an der Wiescherstraße.
Die Ausstellung, die durch eine Initiative des Ev. Forums Westfalen in den Jahren 2007 und 2008 entstanden ist, wurde zuvor schon in Bielefeld, Bochum, Dortmund und Hattingen gezeigt. In diesem Jahr findet eine parallele Ausstellung in Ahlen statt.
Vorgeschichte und Idee des Projekts
Am Anfang stand eine Idee. Ein paar Pfarrer und Kirchenmusikerinnen aus Essen, Hattingen und Bochum wollten Gottesdienste gestalten, in denen Wort, Bild und Musik gleichberechtigt sind. Gottesdienste, in denen alle Sinne angesprochen werden, in denen Sehen, Hören, Denken einander begegnen, befruchten und anregen.
Der Impuls ging von einem Künstler aus, von Egon Stratmann, der seit einigen Jahren an einem großen Zyklus zum Kirchenjahr arbeitet. Unter dem Titel: Die „Farben des Lichts“ wird jeder Sonntag und jeder Festtag mit seinem Proprium, seiner eigenen Botschaft, ins Bild gesetzt. Mit diesem Werk will Stratmann bewusst einen Beitrag zum Gottesdienst leisten. Die Bildfolge „Von Ostern bis Pfingsten“, die den Kern dieser Ausstellung bildet, ist also nicht für das Museum geschaffen. Sie gehört in die Kirche, an den Ort des sonntäglichen Gottesdienstes.
Jedes dieser Bilder ist von den biblischen Texten der Sonn- und Feiertage inspiriert. Der Künstler bezieht sich entweder auf die Psalmverse, die als Introitus oder Antiphon die Eingangsliturgie der acht Sonntage bestimmen, oder er greift auf die jeweiligen Evangelien- und Episteltexte zurück.
Stratmanns Arbeiten mit religiösen Themen verraten eine profunde Kenntnis der Bibel und der kirchlichen Liturgie. Die Gestalten, die er malt, sind teils figürlich erkennbar, teils typisierend und abstrahierend dargestellt. Zeichen und Symbole spielen eine große Rolle. Die größte Bedeutung aber hat bei Egon Stratmann die Farbe, deren Behandlung von feinster Nuancierung bis zu wahrer Explosivität reicht. Über die Farbe, ihre Ausdruckswerte und ihre Symbolik, lässt sich der Zugang zu den Werken Egon Stratmann am leichtesten finden.
Dazu ein unbefangener Rat, ein Tipp. Wenn Sie die einzelnen Bilder betrachten, fragen Sie nicht zuerst: Was hat der Künstler hier dargestellt? Fragen Sie stattdessen: Was empfinde ich? Was wird in mir angerührt? Welche Erfahrungen von Schönem oder Schwerem, von Belastung oder Befreiung werden in mir wach? Wo beunruhigt mich dieses Bild, wo tröstet es mich? Wo gibt es mir Kraft und Gewissheit? Wenn Sie sich nicht zuerst den Kopf zermartern, sondern die Emotionen sprechen lassen, werden Sie zu den Bildern ganz unverkrampft einen Zugang finden. Und auf dieser sehr persönlichen Grundlage können Sie dann auch die Frage nach dem „Was“, nach den Inhalten, stellen. Und am Ende werden Sie überrascht sein, was alles Sie sehen und erkennen. In diesem Sinne lade ich ein zu einem Betrachten, das die Augen und das Herz öffnet.
Bochum / Herne, 7. April 2009 Manfred Keller
Die „Farben des Lichts“ in Herne
In Herne ist die Ausstellung zugleich das erste gemeinsame Projekt für die neu gegründete Petrus-Kirchengemeinde. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtete in ihrer Herner Lokalausgabe ausführlich über die parallelen Ausstellungen in der Christuskirche, der Dreifaltigkeitskirche und der Lutherkirche:
Ausstellung: Farben transportieren Idee von der Auferstehung
Herne, 07.04.2009, Susanne Meimberg
Bilder des Künstlers Egon Stratmann sind in der Petrus-Gemeinde zu sehen.
Die Glaubens-Botschaften von Ostern und Pfingsten thematisieren acht Bilder des Hattinger Künstlers Egon Stratmann. Die Bilderserie mit dem Titel „Farben des Lichts” ist parallel in den drei Kirchen der Evangelischen Petrus-Gemeinde in Herne zu sehen.
Jedes Bild ist von den biblischen Texten der Sonn- und Feiertage von Ostern bis Pfingsten inspiriert und soll die Inhalte der jeweiligen Gottesdienste künstlerisch ergänzen. Das jedenfalls ist die Idee, die hinter der Ausstellung in den Gotteshäusern steckt, erklärt Horst Bastert, Pfarrer der Dreifaltigkeitskirche: „Die Bilder sollen den Impuls geben, über den Inhalt der Psalme und die schöne Kirchenzeit der Hoffnung und Auferstehung nachzudenken.”
Der Künstler Egon Stratmann hat die Ausstellung im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem Evangelischen Forum Westfalen realisiert. Vor der Schau in Herne, waren die Werke bereits in verschiedenen anderen Städten der Region, darunter Bochum und Dortmund, zu sehen. Dass die „Farben des Lichts” nun gleichzeitig in den drei Herner Kirchen der neuen Petrus-Gemeinde gezeigt werden können, ist dem Fakt zu verdanken, dass es sich bei den ausgestellten Bildern um Reproduktionen (Drucke) der Originale handelt. „Die österliche Thematik, die Auferstehung, passt dabei wunderbar zum Neubeginn unserer Kirchengemeinde”, so Bastert.
„Farben des Lichts” ersetzen Figürliches
Bei der Vermittlung des Sujets bedient sich der Künstler einer weitestgehend abstrakten Darstellungsform mit kleinen, figürlichen Andeutungen – und setzt besonders auf die Kraft der Farben: „Die Idee der Auferstehung Christi ist rational nicht vorstellbar, sondern nur emotional zu vermitteln. Und das funktioniert am besten über Farbe”, so Stratmann. So erhebt sich auf dem Bild „Ostern” über einer schwarzen Horizontale mit angedeutetem Skelett ein sonniges gelbes Farbfeld, aus dem, wieder nur zart angedeutet, eine weiße Lichtgestalt hervorgeht. Stratmann: „Im Gegensatz zu Darstellungen der Gotik oder Renaissance, bei denen der Auferstandene figürlich abgebildet ist, ist er hier nur pures Licht. Das kommt der Idee der Auferstehung viel näher.” sum
Öffnungszeiten: Christuskirche, mo bis so, 10 bis 18 Uhr; Dreifaltigkeitskirche, mo bis do sowie sa, 9 bis 13 Uhr; Lutherkirche, di, mi und fr, 9 bis 13 Uhr; zudem nach den Sonntagsgottesdiensten.
Zum Künstler und seinem Werk
Egon Stratmann wurde 1936 in Hattingen geboren. Nach einer Handwerkslehre studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart unter anderem Glas- und Wandmalerei. 1973 gründete er in seiner Heimatstadt das Atelier für Farbgestaltung und künstlerisches Arbeiten. Zu seinen Arbeiten gehören Wandbilder, Skulpturen, Tafelbilder und Grafiken sowie Konzeption und Entwurf für die farbige Gestaltung von Sakralräumen und Profanbauten.
Zum Einsatz des Bilderzyklus im Gottesdienst sind in den „Homiletischen Monatsheften in den Ausgaben März und April 2008 umfangreiche Arbeitshilfen erschienen.

